22 Sep '11
Der Brief an’s Präsidium, in dem der eklatante Stellenmangel an der Fakultät III bemängelt wird ist nun rausgegangen, zusammen mit euren zahlreichen Unterschriften; Vielen Dank dafür!
An das Präsidium der TU Berlin
Sehr geehrter Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach,
Sehr geehrter Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Huhnt,
In der Fakultät 3 gibt es für die Bachelorstudiengänge nur eine Zuweisung von 102 40-h-Tutor_innenstellen. Demgegenüber besteht ein Ist-Bedarf (gemessen an Teilnehmer_innenzahlen, nicht an den Zulassungzahlen) von 190,9 40-h-Stellen. Diese Zahl errechnet sich aus dem präsidialen Modell „Tutorenausstattungsplan (TAP)“ von 2008. Aufgrund dieser Mangelfinanzierung kann Lehre keinesfalls in angemessener Qualität für uns Studierende und in angemessenem Aufwand für Professor_innen und wissenschaftliche Mitarbeitende fortgeführt werden.
In den meisten Fachgebieten gibt es im allgemeinen zwei Optionen zum Umgang mit diesem Mangel:
Verringerung der Qualität der Lehre durch ein höheres Betreuungsverhältnis in Tutorien bzw. durch Reduktion der Praktikumsinhalte auf ein Minimum. Dies führt dazu, dass jetzige und zukünftige Studierende eine schlechtere Ausbildung erfahren und erfahren werden.
Reduktion der Tutoriums- oder Praktikumsplätze, sodass ein Teil der Studierenden Pflichtmodule nicht im vorgeschlagen Zeitraum (Studienverlaufsplan) belegen können. Dies führt zwangsläufig zu einer Verlängerung der Studienzeiten.
3 Beispiele (TWL, PUA,? ESEM)
Gemessen am Gesamtetat der Technischen Universität ist das Budget, welches für studentische Hilfskräfte aufgewendet wird, niedrig. Jedoch wirkt sich das aktuell viel zu geringe Budget äußerst gravierend auf die Lehre aus.
Uns ist die prekäre Finanzlage der Technischen Universität bewusst. Allerdings bietet eine am tatsächlichen Bedarf orientierte Ausstattung mit studentischen Hilfskräften, gemessen an den Mehrkosten, einen wesentlichen höheren Nutzen für Lehre und Ausbildung. Diese grundlegende Forderung der Studierenden beruft sich dabei nicht zuletzt auf Versprechen des Präsidenten studentische Interessen zu wahren.
Neben den Interessen bezüglich guter Lehre besteht auch die Notwendigkeit die Bedingungen für studentische Beschäftigte zu verbessern. Häufig müssen Fehlende Tutor_innen von verbleibenden, unzureichenden Arbeitskräften gestemmt werden. Die Folgen sind dabei in vielerlei Hinsicht unverhältnismäßig und unbedingt zu ändern.
Die in Nachverhandlungen erzielte „Pauschale Bereitstellung zusätzlicher Mittel für Tutorinnen und Tutoren“ beseitigt nur kurzfristig einige Mängel in der Tutor_innenausstattung der Fakultät 3, bei weitem aber nicht alle. Diese Mittelvergabe ist jedoch nicht im geringsten nachhaltig, da sie auf ein Jahr begrenzt ist. Ab April 2012 ist eine am Bedarf gemessene, 54 % zu geringe Ausstattung (vgl. FKR III vom 09.03.11 Beschluss 9.2) zu erwarten. Darin finden sich noch nicht die deutlich zunehmenden Immatrikulationszahlen wieder, die durch die doppelten Abiturjahrgänge und das Aussetzen der Wehrpflicht entstehen.
Es müssen längerfristig adäquate Mittel für die Tutor_innenaustattung zur Verfügung gestellt werden. Das ist aus unserer Sicht ein unumgänglicher Schritt um die sich für uns spürbar verschlechternde Situation der Lehre zu verbessern. Selbstverständlich darf das nicht zu Kürzungen bei der WiMi-Ausstattung oder der Berufung vakanter Fachgebiete führen.
Bachelorstudiengänge werden über die komplette Zeit von 6. Semestern mit Tutor_innen ausgestattet. In den Diplomstudiengängen wurde lediglich das Grundstudium (4. Semester) mit Tutor_innen ausgestattet. Diese Änderung macht sich im TAP 2011 massiv bemerkbar, da alle Studiengänge der Fakultät 3 inzwischen auf das Bachelor-Master-System umgestellt wurden, ohne dass eine entsprechende, am Mehrbedarf orientierte Erhöhung der Gesamtzuweisung erfolgt ist.
Wir fordern eine am tatsächlichen Bedarf (berechnet nach dem präsidialen Modell) orientierte Bereitstellung von Mitteln für die Tutor_innenausstattung an der Fakultät III und allen anderen Einrichtungen der TU.
Wir erwarten die Vorlage und Diskussion dieser Thematik im Akademischen Senat in der Sitzung am 26.10.2011
Studierende der TU-Berlin